FREI WILL ICH! Engagement von MigrantInnen in der Kommune


25.06. und 02.07.2020 Online-Seminar: „Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerken. So vertrittst du wirksam deine Interessen“ mit Markus Wutzler

Am 25. Juni und 02. Juli 2020 fand der 4. Teil unserer Frei Will Ich! Webinarreihe über Engagement in zivilgesellschaftlichen Interessenvertretungen statt. Der Trainer Markus Wutzler behandelte das Thema Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerken und brachte den Teilnehmenden näher, wie sie ihre Interessen wirksam vertreten können.
Außerdem stellte sich am 25.06.2020 eine weitere Leipziger Interessenvertretung vor: ver.di, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft. Die Jugendsekretärin Ulrike Jacob erklärte ausführlich, was eine Gewerkschaft ist, wie Tarifverträge geschlossen werden, wie ver.di seine Mitglieder unterstützt (finanzielle Absicherung im Streikfall, Lohnsteuerservice, Freizeitunfallversicherung, Arbeits- und Sozialrechtsschutz, Prüfung von Arbeitsverträgen u.v.m.). Zudem wirkt ver.di auch auf die Gesellschaft und setzt sich mit dem Bundesmigrationsausschuss für die soziale, gesellschaftliche und betriebliche Gleichstellung von MigrantInnen ein.

In dem ersten Öffentlichkeitsarbeit-Seminar am 25.06.2020 wurden zunächst einige Grundlagen gelegt: Was ist Öffentlichkeitsarbeit? Wie kann diese aussehen? Welche Erfahrungen haben die Teilnehmenden mit Öffentlichkeitsarbeit? Während sich manche Teilnehmenden noch nie mit diesem Thema beschäftigt hatten, konnten andere bereits von eigenen Erfahrungen berichten, die sie in anderen Vereinen gemacht haben.

Trotz unterschiedlicher Vorerfahrungen konnte die Gruppe anhand eines konkreten Beispiels gemeinsam überlegen, wie die Öffentlichkeitsarbeit aussehen könnte, wenn sie das zuvor genannte Problem Rassismus an Schulen angehen möchten. Dafür überlegten sie, welche Zielgruppen sie erreichen wollen, welche Ziele sie damit verfolgen und mit welchen Inhalten und Instrumenten sie die richtigen Leute erreichen. Die Gruppe kam dabei zu der wichtigen Erkenntnis, dass es nützlich sein könnte, an der Basis (z.B. bei den Eltern) zu beginnen, um dann mit gemeinsamer Stimme höhere Ebenen (z.B. LehrerInnen, Schulleitung, Ministerien) anzusprechen.
Bis zum nächsten Online-Seminar konnten sich die Teilnehmenden selbst ausprobieren und eine Botschaft ihrer Wahl erstellen. Was eine Botschaft möglichst wirksam macht, sind folgende Punkte: Sie beschreibt das Problem. Sie zeigt eine Lösung auf. Sie zeigt die Vorteile für andere und mich selbst. Sie sagt mir, was genau ich tun kann.

Am 02.07.2020 stellte eine Teilnehmende ihre Botschaft der Gruppe vor. Sie hatte eine beispielhafte Veranstaltungseinladung zum Thema „Rassismus in der Schule überwinden“ entworfen, welcher in der Gruppe diskutiert wurde. Diese Aufgabe war eine sehr hilfreiche Übung, durch die sie erkannte, wie schwierig es ist, ein klares Ziel zu beschreiben und eine Strategie dafür zu entwickeln.

Anschließend ging das Seminar mit einer weiteren praktischen Übung weiter: dem „Elevator Pitch“. Wir blieben bei dem Beispiel Rassismus in der Schule, da dieses von den Teilnehmenden als sehr wichtig betrachtet wurde. In Zweiergruppen sollten sich die Teilnehmenden überlegen, was sie der Schulleiterin sagen würden, wenn sie sie an der Supermarktkasse treffen würden. Sie hätten 1 Minute Zeit, um sie davon zu überzeugen, dass Rassismus ein ernstzunehmendes Problem an der Schule sei. In verteilten Rollen übten die Teilnehmenden sodann dieses Gespräch und teilten anschließend ihre Argumente, Strategien und Schwierigkeiten mit der Gruppe.

Zum Schluss erklärte der Trainer, was Lobbyarbeit ist, und gab wertvolle Tipps aus Thorben Prenzels Buch „Lobbyarbeit für Einsteiger“ (2019).
Abschließend bedankten sich alle Teilnehmenden beieinander und bei DOZ: „Ich freue mich sehr darauf, die Theorie, die ich in diesen Seminaren gelernt habe, in meinem zukünftigen Engagement zu benutzen! Es war auch sehr sehr toll, neue Menschen kennenzulernen und viele verschiedene Perspektiven zu entdecken. Ich hoffe, wir können uns in der Zukunft zusammen treffen, und die Ergebnisse von unseren Projekten austauschen und vielleicht auch uns noch besser kennenlernen.“
Wir wünschen allen Teilnehmenden viel Erfolg und Spaß bei ihrem Engagement und freuen uns, sie bald bei unseren Reflexionsrunden wiederzusehen!

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