FREI WILL ICH! Engagement von MigrantInnen in der Kommune


Was ist “Frei Will Ich!” ?

“Frei Will Ich!” ist ein von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) gefördertes Teilhabeprojekt von DOZ e.V. in Leipzig. Unser Projekt hat zum Ziel, das Engagement und die Teilhabe von jungen Erwachsenen mit Zuwanderungsgeschichte zu stärken, indem thematische Workshops organisiert und praktische Arbeitserfahrungen und Engagementmöglichkeiten in Leipziger Vereinen, zivilgesellschaftlichen Interessenvertretungen und in der Kommunalpolitik vermittelt werden.

Worum geht es in dem Projekt?

Angesichts der turbulenten politischen Situation und des zunehmenden Rechtspopulismus in Europa und der Welt besteht dringender Handlungsbedarf. Ein Ansteigen von Extremismus zeigt sich quer durch das gesamte politische Spektrum. Dies erhöht die Dringlichkeit, sich aktiv im humanitären, sozialen oder politischen Bereich zu engagieren. Vor diesem Hintergrund sehen wir als DOZ e.V. die Notwendigkeit, das Projekt “Frei Will Ich!” zu organisieren und damit das Engagement von jungen Erwachsenen in Leipzig und Sachsen zu stärken. Dies geschieht in der Theorie durch thematisch an die ehrenamtliche Arbeit angelehnte Workshops. Gleichzeitig bieten wir die Möglichkeit, sich in der Praxis bis zu 3 Monate in Vereinen, Interessenvertretungen und der Kommunalpolitik einzubringen.

Wie wird das Projekt ablaufen?

In 3 thematischen Blöcken werden wir uns gemeinsam mit dem Thema Engagement auseinandersetzen und Möglichkeiten der sozialen und politischen Teilhabe erarbeiten. Ab 2020 beginnen die 3 Blöcke mit je 4 Workshops, anschließenden Engagementmöglichkeiten und monatlichen Reflexionsrunden:

  • Februar – Mai 2020: Engagement in Vereinen
  • Mai – August 2020: Engagement in zivilgesellschaftlichen Interessenvertretungen
  • Juli – November 2020: Engagement in der Kommunalpolitik

Wer kann an dem Projekt teilnehmen?

Wir richten uns in erster Linie an Junge Erwachsenen mit Zuwanderungsgeschichte, die Lust haben, sich in Leipzig zu engagieren.

Warum solltest du an dem Projekt teilnehmen?

Du willst dich engagieren?
Du willst dich ausprobieren und neue Berufsfelder kennenlernen?
Du willst Leipzig mitgestalten?
Du willst in deiner Community etwas bewegen?
Du willst dich für ein politisches oder gesellschaftliches Thema einsetzen, weißt aber nicht wie?

Wenn du auch nur eine dieser Fragen mit ja beantworten kannst, dann bist du genau richtig bei unserem Projekt!

Wir helfen Euch dabei, eine passende Stelle in einem Leipziger Verein, einer Interessenvertretung oder in der Kommunalpolitik zu finden. Wir begleiten euch bei der ersten Kontaktaufnahme und stehen euch auch danach jederzeit beratend zur Seite. Zusammen mit der theoretischen Praxis, die in den Workshops gewonnen wird, bieten wir euch eine gute Grundlage für zukünftiges Engagement.

Was lernst du in den Workshops?

Die Workshops bereiten dich auf ein anschließendes Engagement in Leipziger Vereinen, zivilgesellschaftlichen Interessenvertretungen und der Kommunalpolitik vor. Sie vermitteln dir wichtige Kenntnisse über Möglichkeiten und Strukturen von Engagement, Strukturen der entsprechenden Einrichtungen sowie inhaltliche Kenntnisse über verschiedene Themenbereiche wie Frauenrechte, Umweltschutz, Sport, humanitäre Hilfe, Politik u.v.m. Außerdem geben wir dir wertvolle Werkzeuge für die Arbeit in diesen Einrichtungen: Methoden des Projektmanagements, Strategien der Kommunikation und der Konfliktbearbeitung in internationalen Teams, Tools für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Aktivitätenplanung, Budgetplanung und -abrechnung u.v.m.

Wo finden die Workshops statt?

Die Workshops werden zum Großteil in der VILLA Leipzig, Lessingstrasse 7, 04109 Leipzig stattfinden. In Ausnahmefällen gibt es auch Abweichungen in der Location. Dies wird aber rechtzeitig durch Flyer und Infos auf Facebook oder unserer Website bekannt gegeben.

Welche Workshops finden im Mai und Juni 2020 statt?

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation werden vorerst alle Workshops als Webinare über die Online-Plattform Zoom stattfinden.

Anmeldungen bitte bis 27.04.2020 an Julia Quaas: 0157-31142909 oder [email protected]

Welche Workshops fanden im Februar 2020 statt?

Wie läuft die Vermittlung des Engagements ab?

In individuellen Gesprächen und mithilfe von Fragebögen werden wir mit euch über eure Interessen, Erwartungen und Wünsche sprechen. Anschließend suchen wir passende Einrichtungen, die euch für ein ehrenamtliches Engagement aufnehmen können. Wir begleiten euch bei der ersten Kontaktaufnahme und stehen auch während eures Engagements jederzeit beratend an eurer Seite. Einmal im Monat treffen wir uns mit allen Teilnehmenden in Form von Reflexionsrunden, in denen wir uns über eure Erfahrungen und mögliche Probleme austauschen.

Voraussetzung für die Vermittlung in ein ehrenamtliches Engagement ist die Teilnahme an mindestens 3 von 4 vorbereitenden Workshops.

Welche Einsatzstellen stehen dir zur Verfügung?

Wir stehen in Kontakt mit über 100 Leipziger Vereinen, zivilgesellschaftlichen Interessenvertretungen und VertreterInnen der Kommunalpolitik. Diese umfassen zahlreiche Themen- und Arbeitsfelder: Flüchtlingshilfe, Frauen- und Kinderrechte, Umweltschutz, Tierschutz, Sport, humanitäre Hilfe, Politik, Bildung u.v.m.

Welche Sprachkenntnisse brauchst du?

Da die Workshops auf Deutsch gehalten werden, setzt die Teilnahme eine gewisse Sprachkenntnis voraus. Dies wird auch die Arbeit in den Einrichtungen erleichtern.

Wie viele Personen werden an dem Projekt teilnehmen?

Das Projekt hat einen Richtwert von 12 bis 15 Teilnehmenden pro Themenblock. Dieser Wert ist jedoch nicht festgelegt und je nach Interesse und Anfrage flexibel. Wir freuen uns über jede/n InteressentIn!

Wie viel Zeit solltest du einplanen?

Jeder Themenblock beginnt mit 4 wöchentlichen Workshops.

Die aktuellen Workshops finden aufgrund der aktuellen Gesundheitslage als 2-stündige Webinare an insgesamt 8 Terminen im Mai und Juni 2020 statt.

Anschließend solltest du bis zu 3 Monate für ein Engagement in einer Leipziger Einrichtung einplanen. Parallel finden einmal im Monat Reflexionsrunden statt.

Die Dauer und Intensität deines Engagements kann individuell je nach deinen Kapazitäten festgelegt werden, sodass du selbst entscheiden kannst, wie viel Zeit du investieren magst.

Außerdem ist es möglich, einzelne Workshops zu besuchen, die dich interessieren. Ein Anspruch auf die Vermittlung eines Engagements besteht jedoch erst nach der Teilnahme an mindestens 3 von 4 Workshops eines Themenblocks.

Wieviel kostet die Teilnahme?

Nichts. Die Teilnahme ist komplett kostenlos. Das Projekt wird von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) gefördert.

Wie kannst du teilnehmen, auch wenn du nicht in Leipzig wohnst?

Falls du nicht in Leipzig wohnst und trotzdem gerne an diesem Projekt teilnehmen möchtest, ist das auch möglich. Bitte sprich uns an, damit wir eine mögliche Lösung finden können.

Wie kann ich mich anmelden?

Anmelden kannst du dich bei Julia Quaas unter [email protected], per Anruf oder Whatsapp unter 015731142909.

Bei Fragen kannst du uns zudem gerne in unserem Büro in der Shakespearestr. 18, 04107 Leipzig besuchen.

Wie können Leipziger Einrichtungen an dem Projekt teilnehmen?

Möchten Sie als Verein, Interessenvertretung oder Kommunalpolitiker einen Ehrenamtlichen bei sich aufnehmen? Dann melden Sie sich bitte bei uns!

Art und Umfang der ehrenamtlichen Tätigkeiten werden individuell je nach Bedarfen und Kapazitäten der Einrichtungen und der teilnehmenden Personen festgelegt.

Grundkriterien für die Aufnahme eines/r Ehrenamtlichen:

Art des EngagementsEhrenamt, Praktikum oder Ähnliches für eine Person
Zeitraum & UmfangMindestens 1 Mal pro Woche für einen Zeitraum von 1 bis 3 Monaten zwischen März und November 2020. Eine projektunabhängige Weiterführung des Engagements ist möglich und wünschenswert, aber nicht obligatorisch.
BetreuungDie Einrichtungen sollten eine Ansprechperson bzw. Betreuer/in für die Ehrenamtlichen bereitstellen. DOZ übernimmt die übergeordnete Betreuung und steht den Einrichtungen und Ehrenamtlichen jederzeit unterstützend zur Seite.
Aufgaben für EhrenamtlicheDie Ehrenamtlichen sollten während ihrer Tätigkeit eine klare Zielsetzung haben, z.B. die Durchführung eines Miniprojektes, die Planung einer Veranstaltung o.Ä.
SprachkenntnisseDie vorbereitenden Workshops werden auf Deutsch durchgeführt, weshalb entsprechende Sprachkenntnisse der Teilnehmenden vorausgesetzt werden. Dies wird auch die Arbeit in den Einrichtungen erleichtern.
ZertifikatEhrenamts- bzw. Praktikumsbescheinigung von den Einrichtungen
VergütungDOZ kann keine Vergütung zahlen, den Einrichtungen ist dies freigestellt.

Wenn Sie ein/e Ehrenamtliche/n bei sich aufnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an die Projektkoordinatorin: Julia Quaas

Kontakt: Shakespearestr. 18, 04107 Leipzig, 01573-1142909, [email protected]

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09.11.2019 Informationsveranstaltung für interessierte Teilnehmende

Am Samstag, den 09. November 2019 fand unsere „Frei Will Ich!“ Informationsveranstaltung in der Villa Leipzig statt, bei dem sich DOZ e.V. mit interessierten Teilnehmenden traf. Nachdem der Referent Tarek Aziza einen Überblick über die Bedeutung von Ehrenamt und freiwilligem Engagement gab, stellte DOZ e.V. das neue Projekt „Frei Will Ich!“ vor. Anschließend äußerten die Teilnehmenden ihre Wünsche, Erwartungen und Interessen. Dies war besonders wichtig, um die nächsten Schritte im Projekt zu planen und die Interessen der Teilnehmenden in diesen Prozess einzubeziehen.  

Bei dem ersten Informationstreffen am 09.11.2019 wurde deutlich, dass die persönlichen Interessen der Teilnehmenden sehr vielfältig sind. Sie reichen von Umweltschutz, Menschenrechte, Frauen- und Kinderrechte bis hin zu Sport und Kultur. DOZ wird diese Interessen in die Planung von Workshops und Engagementmöglichkeiten in Leipzig einbeziehen. Es wurden bereits zahlreiche Kontakte zu Leipziger Vereinen und Initiativen geknüpft, die in diesen Gebieten tätig sind und im Rahmen des Projektes Ehrenamtliche aufnehmen würden.

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12.11.2019 Vernetzungstreffen mit Leipziger Vereinen, zivilgesellschaftlichen Interessenvertretungen und Kommunalpolitik

Am Dienstag, den 12. November 2019 fand unser „Frei Will Ich!“ Vernetzungstreffen in der Villa Leipzig statt, bei dem sich DOZ e.V. mit interessierten Leipziger Vereinen und Institutionen traf. Dabei konnten wir uns kennenlernen, zukünftige Schritte der Kooperation planen und uns über Wünsche und Erwartungen an das Projekt austauschen.

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Der erste Thematische Block: Engagement in Vereinen

01.02.2020 Einführungsworkshop: Wer macht was und wie kann ich mich engagieren? Ehrenamt in Leipziger Vereinen

Am 01.02.2020 fand von 11 bis 17 Uhr der erste Workshop innerhalb des Projekts Frei Will Ich! von DOZ e.V. in der VILLA in Leipzig statt. Unter dem Motto „Wer macht was und wie kann ich mich engagieren? Ehrenamt und Praktika in Leipzig“ konnten sich die 12 Teilnehmenden sowie die Organisierenden und Vereine untereinander kennenlernen. Der Tag wurde unter der Leitung von Karola Kunkel durch interaktive Aufgaben zum Thema Vereinsengagement sowie durch die Vorstellung einiger teilnehmender Vereine zu einem vollen Erfolg.

Den Beginn machte eine bunte Kennenlernrunde, die die Gruppe durch Spiele schnell auflockerte und den Grundstein für die gute Laune sowie die Neugierde der Teilnehmenden legte. Die warme und positive Atmosphäre zeichnete den Workshoptag aus und ermöglichte ein freundliches Miteinander und eine überaus engagierte Gruppenarbeit.

Nach dem Kennenlernen bekamen die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen sowie Erwartungen an den bevorstehenden Tag zu formulieren. Als zentral stellte sich hierbei die Klärung der Frage heraus, was Engagement genau bedeutet und wie Vereine in diesem Rahmen funktionieren. Es folgte die Vorstellung des Projekts Frei Will Ich! durch die Projektkoordinatorin Julia Quaas bevor VertreterInnen einiger teilnehmender Vereine sich der Gruppe vorstellten.
Das Kennenlernen der Vereine war bei den Teilnehmenden besonders beliebt. Es entstand die Möglichkeit, Engagement ganz nah und an konkreten Beispielen zu erleben. Die Vertretenden von Vereinen wie Wir sind Paten, Queerbeet, Leselust, Bunte Gärten und DGhK erzählten von laufenden Projekten, brachten Flyer mit und informierten über potenzielle Aufgaben für ein zukünftiges Engagement der Freiwilligen.

Nachdem offene Fragen geklärt worden waren und sich alle Teilnehmenden über Engagementmöglichkeiten ausgetauscht hatten, ging es nach der Mittagspause weiter mit konkreten Aufgaben, um die anfangs festgelegten Fragen zu klären. In interaktiver Kleingruppenarbeit und anschließenden Kurzpräsentationen konnten die Teilnehmenden definieren, warum Engagement wichtig ist und was sie persönlich damit verbinden.

Durch einen Kurztest zur Einschätzung eigener Stärken wurden die Freiwilligen auf die Aufgabe vorbereitet, einen kreativen Steckbrief zur eigenen Motivation und Persönlichkeit zu erstellen. Einige Teilnehmende stellten diesen am Ende der Gruppe vor und wurden sehr kreativ in der Darstellung der eigenen Ziele und Stärken.

In einer abschließenden Feedbackrunde stellte sich die Vorstellung der Vereine besonders positiv bei den Freiwilligen heraus. So wurde der erfolgreiche Tag durch ein abschließendes Fazit geschlossen, das nicht nur symbolisch für die Gruppe, sondern für das ganze Projekt steht: Helfen ist ansteckend!

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08.02.2020 Workshop zu Projektmanagement: Erfolgreiche Planung und Durchführung von Projekten

Am 08.02.2020 fand der zweite Workshop der „Frei Will Ich!“ Workshopreihe im Antidiskriminierungsbüro in Leipzig statt. Nachdem sich am vergangenen Samstag alle Teilnehmenden kennengelernt hatten und Grundinformationen über Engagementmöglichkeiten und über das Projekt „Frei Will Ich!“ erhalten hatten, ging es in diesem Workshop um Projektmanagement. Wie beim letzten Workshop wurden auch diesmal wieder VertreterInnen von Vereinen eingeladen, um ihren Verein und Möglichkeiten des Ehrenamts vorzustellen. Diesmal durften wir Helena Teufel von der Dresdner59 begrüßen.

Die sehr erfahrene Trainerin Nora-Elise Beck fasst in kurzer Zeit die wichtigsten Aspekte von Projektmanagement zusammen. Gemeinsam konnte die Gruppe erarbeiten, was für eine erfolgreiche Planung und Durchführung von Projekten notwendig ist. Dabei wurden Fragen beantwortet wie: Was ist ein Projekt? Was ist Projektmanagement? Wie sieht ein Projektmanagement-Zyklus aus? Welche Fähigkeiten und Kompetenzen braucht man, um ein Projekt erfolgreich umzusetzen? Bei der letzten Frage wurde deutlich, dass die nötigen Kompetenzen endlos sind und niemals von einer Einzelperson erfüllt werden können. Stattdessen ist es umso wichtiger, ein gutes Projektteam aufzubauen, in dem sich die Mitglieder mit ihren Fähigkeiten ergänzen.

Um das Thema Projektmanagement greifbarer zu machen, sollten die Teilnehmenden selbst aktiv werden und in Gruppen ein Abendessen mit Freunden organisieren. Das spannende an dieser Aufgabe war, dass jede Gruppe zwar dieselbe Aufgabe hatte, jedoch mit dem Abendessen unterschiedliche Ziele verfolgte und unterschiedliche Ausgangsituationen hatte. Während eine Gruppe mit dem Abendessen das Ziel verfolgte, neue Freunde kennenzulernen, wollte eine andere Gruppe damit einen Streit zwischen zwei Freunden schlichten. Eine dritte Gruppe wiederum organisierte ein Abendessen mit dem Ziel, sich endlich wieder satt zu essen und den eigenen Kühlschrank mit den mitgebrachten Speiseresten zu füllen. Alle Gruppen wurden dabei sehr kreativ und kamen auf erstaunliche Ideen für die theoretische Umsetzung dieser Miniprojekte.

Im Anschluss wurde anhand des Projektes „Frei Will Ich!“ erklärt, was zu einem Projektantrag gehört. Das an einem konkreten Projekt zu erklären, war sehr hilfreich. So konnte den Teilnehmenden vermittelt werden, welche Rolle sie selbst in diesem Projekt spielen und dass sie einen wichtigen Teil zu dessen Erfolg beitragen.

Eine Teilnehmerin sagte: „Die von der DOZ organisierten Workshops waren für meine Arbeit im Verein sehr nützlich, und ich habe mir auch Kenntnisse angeeignet, die auf mein persönliches Leben anwendbar sind, insbesondere im Bereich des Projektmanagements. Die Gruppendynamik schuf ein gutes Umfeld für die Interaktion mit den anderen Teilnehmenden. Die Informationen wurden auf einfache und verständliche Weise vermittelt. Es war auch nützlich, sich über die Arbeit der eingeladenen Vereine zu informieren, um die gemeinsame Zusammenarbeit zu fördern.“

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15.02.2020 Workshop zu Kommunikation und Konfliktbearbeitung im internationalen Team

Am 15.02.2020 fand von 11 bis 17 Uhr der dritte Workshop innerhalb des Projekts Frei Will Ich! von DOZ e.V. in der VILLA statt. Diesmal ging es um ein wichtiges Thema im Rahmen der Teamarbeit im Engagement: Kommunikation und Konfliktbearbeitung. Gleichzeitig hatten die 8 Teilnehmenden erneut die Möglichkeit drei Leipziger Vereine kennenzulernen, die im März ein Engagement anbieten.

Ausgehend von dem Standpunkt, dass Konflikte in Situationen hilfreich sein können und Entwicklung bedeuten können, war der Tag dem Thema Konfliktlösung gewidmet. Den Start machte eine Erfahrungsrunde. Jeder Teilnehmende berichtete über einen Konflikt aus privatem oder beruflichem Kontext. Die persönlichen Konflikterfahrungen wurden den Tag über immer wieder in den Workshop miteinbezogen, um letztendlich eine Analyse der Situation und eventuelle Lösungsansätze zu finden.

Nach einer Definition, was ein Konflikt grundsätzlich bedeutet, wurde das Modell der Eskalationsstufen erklärt und gemeinsam an den ausgetauschten persönlichen Beispielen besprochen. Die Teilnehmenden analysierten gemeinsam mit der Workshopleiterin Karola Kunkel die Dynamik, die ein Konflikt annehmen kann, klärten Begriffe wie Selbstansteckung und definierten die Grenze der Selbsthilfe innerhalb eines Konflikts.

Bevor es in die Mittagspause ging, stellten sich die Gesellschaft für Völkerverständigung e.V., die Leipziger Syrienhilfe e.V. sowie der FC Blau-Weiß Leipzig vor. Bei einem gemeinsamen Essen wurden Fragen geklärt und sich vernetzt. Daraufhin stellte Karola Kunkel den Teilnehmenden das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun vor. Gemeinsam wurden verschiedene Gesprächssituationen und Missverständnisse auf die vier Sender- und Empfängerebenen analysiert. Die Sach-, Beziehungs-, Apell- sowie Selbstaussagende Ebene sind grundlegende Werkzeuge der Kommunikationsanalyse und bieten viel Platz zur Reflektion von Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Zum Ende des Workshops war das Thema Bedürfnisse und Selbstreflektion an der Tagesordnung. Durch das Modell der sogenannten „Bedürfnis-Zwiebel“ wurde der Gruppe veranschaulicht, aus welchen Beweggründen und Motivationen Menschen handeln und welche Rolle das persönliche Bedürfnis in einem Konflikt spielt. Auch hier wurde zum Schluss Rückbezug auf die anfangs besprochenen eigenen Konflikterfahrungen genommen, indem gemeinsam erschlossen wurde, welche Bedürfnisse die Konfliktparteien motiviert haben könnten.

Schließlich gingen die Teilnehmenden mit einem positiven Gefühl aus dem Tag. „Der Workshop hat mir geholfen, mit Konflikten besser umgehen zu können. Ich kann nun genau darüber nachdenken, wieso eine Person handelt und ab wann ich einen Konflikt nicht mehr allein lösen kann“, berichtete eine Teilnehmerin.

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22.02.2020 Workshop zu Vereinsgründung: Wichtige Schritte zum eigenen Verein

In Leipzigs Soziokulturellem Zentrum „Die VILLA“ fand am 22.02.2020 der letzte Workshop der ersten Frei Will Ich! Workshopreihe über Engagement in Vereinen von DOZ e.V. statt. Unter der Leitung der Referentin Karola Kunkel und dem Thema „Vereinsgründung: Wichtige Schritte zum eigenen Verein“ konnten die 7 Teilnehmenden in einer lockeren und dynamischen Atmosphäre erlernen, was grundlegend ist, um einen eigenen Verein zu gründen.

Um mit guter Laune zu starten, fing der Tag mit einem „Warm-up“ Spiel an. Danach waren die Teilnehmenden schon bereit anzufangen. Als zentraler erster Punkt wurden die 5 Aspekte des Vereinsmanagements erklärt: Personelle Aspekte („die Leute, die im Verein mitmachen“), Kommunikation (Öffentlichkeitsarbeit), ideelle Aspekte (Grundlegende Zwecke eines Vereins) und schließlich finanzielle und rechtliche Aspekte. Die Schwerpunkte des Workshops lagen auf den 3 letzten Aspekten. Und was könnte besser sein, als zwei existierende Vereinsbeispiele, um die Theorie besser zu erklären? DOZ e.V. und Friedenskreis Halle e.V. wurden während der ganzen Sitzung als Vorbilder und Beispiele genommen.

Bevor wir zu dem dritten Thema Vereinsrecht kamen, bekamen die Teilnehmenden die erste Übung in Form einer formulierten Frage: „Welchen Zweck hätte mein Verein?“. Vielseitige Ideen kamen aus der Antwortrunde heraus. Von Nachhaltigkeit und Umweltschutz als allgemeinen Gedanken, bis zu konkreteren Zielen wie einem Verein zu Lateinamerikanisch-Deutscher Freundschaft.

Über die Gesetze von Vereinsgründung gab Karola Kunkel wichtige und deutliche Hinweise. Vor allem der Grundsatz, dass alle Informationen im „Bürgerlichen Gesetzbuch“ (BGB) erfasst sind. Wie wichtig es im ersten Schritt ist, die Satzung eines Vereins sorgfältig zu erstellen, war ein zentraler Punkt dieses Teils.

Das Kennenlernen der Leipziger Vereine war auch ein beliebter Teil des Tages, wie auch in den vorhergehenden Workshops. Dieses Mal stellten sich unter anderem die Deutsch-Spanische Freundschaft e.V., Interaction Leipzig e.V., das Patenschaftsprogramm der Johanniter und der Familienentlastende Dienst vor.

Nach der Mittagspause gab es einen kleinen Exkurs und die Teilnehmenden bekamen nützliche Tipps und Werkzeuge zu Projekt Management, als eine erwünschte Erweiterung zu dem zweiten Workshop des Projekts. Zu diesen Werkzeugen zählten Excel- und Word-Vorlagen und Programme wie Trello und Zoom.  Danach ging es wieder mit dem Vereinsgründungsthema weiter, und zwar mit Vereinsfinanzierung. Karola Kunkel erzählte sowohl von bekannten Möglichkeiten wie Spenden, Crowdfunding oder Mitgliedsbeiträgen, als auch von Förderprogrammen, die man beantragen könne, wenn man einen Verein in Leipzig gründen möchte. In einer letzten Gruppenaufgabe wurden die Vorteile und Nachteile einer Vereinsneugründung bzw. einer Unterstützung eines bestehenden Vereins zusammenfassend reflektiert.

In einer Abschlussrunde konnten sowohl die Teilnehmenden als auch das Koordinationsteam von DOZ e.V. und die Referentin Meinungen, Gefühle und Erlerntes von diesem erfolgreichen Tag und den vorangegangenen Workshops austauschen. Von diesem Tag an beginnt die freiwillige Praxis! Jetzt können die Teilnehmenden anwenden, was sie währen des letzten Monats erfahren haben, indem sie sich in Leipziger Vereinen engagieren.

Wir wünschen allen Teilnehmenden viel Erfolg und Spaß bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit!

& 13.05.2020: „Einführung: Engagement in zivilgesellschaftlichen Interessenvertretungen“

Wir freuen uns sehr, dass unser Projekt „Frei Will Ich!“ weitergehen konnte! Trotz der aktuell schwierigen Lage aufgrund von Corona, ist es uns gelungen, die neue Webinarreihe über Engagement in zivilgesellschaftlichen Interessenvertretungen auf die Beine zu stellen. Ohne unsere motivierten jungen Teilnehmenden und unsere TrainerInnen, die neue Online-Formate für dieses Projekt entwickelten, wäre das nicht möglich gewesen! Deshalb schon an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Beteiligten!


Seit dem 06.05.2020 führte die Trainerin Karola Kunkel zunächst Einzelgespräche mit allen Teilnehmenden durch, um mit ihnen Zoom und Moodle als neue Plattformen auszuprobieren und über Ziele und Erwartungen zu sprechen.
Am 13.05.2020 fand schließlich das erste Gruppenwebinar über Zoom statt, mit 8 jungen Menschen, die aus aller Welt nach Leipzig gekommen sind. Zuvor hatten die Teilnehmenden sich bereits der Gruppe über Moodle vorgestellt und konnten sich dort austauschen. Alle verbindet der Wunsch, am gesellschaftlichen Leben in Leipzig teilzunehmen, aktiv zu werden und neue Wege kennenzulernen, wie sie sich für ihre Interessen und die anderer einsetzen können. Besonders groß ist das Interesse an künstlerischen, theaterpädagogischen Ansätzen, worauf in späteren Webinaren eingegangen werden kann.


In diesem Webinar sollten zunächst die Grundlagen geklärt werden. Was ist Engagement überhaupt? Was bedeutet freiwillig oder ehrenamtlich? Was versteht man unter der Zivilgesellschaft? Und was machen Interessenvertretungen? Zivilgesellschaftliches Engagement ist sehr vielseitig und findet inunterschiedlichen Themenfeldern statt: Soziales, Kultur, Menschenrechte, Nachhaltigkeit, Frieden, Mitbestimmung, Bildung. Hier trugen die Teilnehmenden selbst Beispiele und Erfahrungen für Engagement zusammen. Interessenvertretungen wie Studierendenräte, Migrantenbeiräte, Betriebsräte, Gewerkschaften, Vereine oder verschiedenste große oder kleine Aktionsbündnisse setzen sich für diese Themen ein.


In Kleingruppen erörterten die Teilnehmenden schließlich die Fragen: Warum ist für euch Engagement wichtig? Welche Art von Engagement findet ihr wichtig? Dabei kamen sehr interessante Diskussionen zustande. Für die Teilnehmenden ist Engagement wichtig, um etwas zu bewegen. Es fühlt sich gut an, anderen Menschen zu helfen und mit anderen Menschen und Kulturen in Austausch zu treten. Durch Engagement entwickelt sich die Gesellschaft weiter. Auch wenn in der Vergangenheit viel für Antirassismus und Frauenrechte erreicht wurde, gibt es immer noch viel zu tun! Außerdem ist das Engagement der Zivilgesellschaft wichtig für die Demokratie und dafür, antidemokratischen Tendenzen entgegenzuwirken. Jeder Mensch kann sich engagieren, egal wie klein man anfängt. Jeder Schritt zählt!


Nächste Woche Mittwoch, 20.05.2020 von 16 bis 18 Uhr, übernimmt Alexandra Will das spannende Thema „Citizenship Education. So funktioniert selbstbestimmte aktive Teilhabe“. Wir freuen uns, alle Teilnehmenden wieder zu sehen!

Frei Will Ich! Teil 2: Demokratiebildung und Citizenship Education – So funktioniert selbstbestimmte aktive Teilhabe, 20.05. und 27.05.2020, von 16:00 bis 18:00 Uhr, mit Alexandra Will

Am 20. und 27. Mai fand der 2. Teil unserer Frei Will Ich! Webinarreihe über Engagement in zivilgesellschaftlichen Interessenvertretungen statt. Die Trainerin Alexandra Will behandelte das Thema Demokratiebildung und Citizenship Education und brachte den Teilnehmenden gewaltfreien Protest und verschiedene Aktionsformen näher, sowohl in Theorie als auch in Praxis.


Ziel dieser zwei Webinare war es, einen „Koffer der Aktionsformen zu packen“. Diese Aktionsformen sollten nach Eskalationsstufen sortiert und durch einen Leitfaden zur Aktionsplanung ergänzt werden.


Zu Beginn des Webinars wurden die Teilnehmenden aufgefordert, einen Gegenstand in ihrer Wohnung zu suchen, der ein Symbol für ihr persönliches Herzensthema ist, für das sie sich engagieren möchten. Nach 2 Minuten hielten sie dann ihre Gegenstände in die Kamera: ein Stift für Meinungsfreiheit und das Recht auf Bildung; ein Glas Wasser für Wassersicherheit und Umweltschutz; das Grundgesetz für die Gleichstellung aller Menschen vor dem Gesetz; eine kolumbianische Tasche für Interkulturalitätsbewusstsein; Käse für eine faire Ressourcenverteilung auf der Welt; ein Flyer für besseres Design von Alltagsgegenständen.
Anschließend sammelten die Teilnehmenden gemeinsam mit der Trainerin verschiedene Aktionsformen.

Nach einer Präsentation über aktive Gewaltfreiheit und den Erfolg gewaltfreier Aktionen, wurden die Eskalationasstufen nach Theodor Ebert vorgestellt und die Aktionsformen diesen Stufen zugeordnet: Protest, Funktionale Demonstration, Legale Nichtzusammenarbeit, Legale Rolleninnovation, Ziviler Ungehorsam und Zivile Usurpation.


Im Anschluss hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, den Dachverband und Interessenvertretung DaMigra e.V. kennenzulernen. Delia Youssef stellte das Leipziger Projekt MUTmacherinnen* sowie Engagement-Möglichkeiten bei DaMigra vor und beantwortete Fragen der Teilnehmenden.


Eine Woche später, traf sich die Gruppe erneut über Zoom für den zweiten Teil des Webinars. In der Zwischenzeit koordinierten sie sich in 3 Gruppen, um eine Aktion zu einem gesellschaftlichen Problem ihrer Wahl zu planen. Wir waren sehr beeindruckt von den Ideen, die die Gruppen in so kurzer Zeit entwickelt hatten. Um im ersten Schritt überhaupt ein Problem zu identifizieren und zu analysieren, führte eine Gruppe sogar eine Online-Umfrage über Diskriminierung von Frauen mit Hijab durch. Auf Grundlage dessen, entwickelten sie mögliche Konzepte für Aktionen, darunter eine Fotoausstellung, Online-Kampagnen oder Empowerment-Workshops für Frauen. Im Laufe des Projektes werden die Gruppen mehr Zeit haben, ihre Vorhaben zu konkretisieren und tatsächlich umzusetzen.


Im Anschluss stellte sich eine weitere Leipziger Interessenvertretung vor: der Migrantenbeirat. Herr Hassan Zeinel Abidine berichtete von der Gründung, den Aufgaben und den Schwierigkeiten des Migrantenbeirats und beantwortete alle Fragen der Teilnehmenden.


Die Gruppe war sehr glücklich über die Webinarinhalte, besonders über die praktische Ausrichtung und die gute Stimmung, für die die Trainerin Alexandra Will sorgte.


Übernächste Woche Mittwoch, 10.06.2020 von 16 bis 18 Uhr, übernimmt Markus Wutzler das spannende Thema „Zivilgesellschaftlicher Aktivismus – So findest du das passende Format für dein Engagement“. Wir freuen uns, alle Teilnehmenden wieder zu sehen!

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