Bericht zum Workshop „Jihadismus in Europa“ im Rahmen des Projekts „Extremismus in Leipzig? Nein, danke!“ des DOZ e.V./UKSSD e.V.


Am 29. Juli 2017 lud der Verein DOZ e.V. (ehemals UKSSD e. V.) in den Räumen des eurient e.V. in Kooperation mit eben diesem zu einem ganztägigen Workshop zur brennend-aktuellen Thematik des modernen Jihadismus in Europa ein. Gegen 10 Uhr vormittags trafen sich in der Leipziger Südvorstadt Menschen mit den verschiedensten Hintergründen, um gemeinsam zum ausgeschriebenen Thema zu arbeiten. Die Gruppe war heterogen, Junge und Ältere, Frauen und Männer, mit religiösen und atheistischen Weltanschauungen, mit Fluchterfahrungen und ohne. Die Veranstaltung war Teil des Projekts „Extremismus in Leipzig? Nein, danke!“, welches von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert  und von Jugendlichen konzipiert und in Unterstützung durch den deutsch-syrischen Verein DOZ e.V. realisiert wird.

Zum Auftakt gab es eine Begrüßungsrunde, die die Motivationen und Erwartungen der Teilnehmer*innen in den Vordergrund rückte. Dann begann der syrische Journalist Tarek Aziza eine Mind Map zu moderieren, bei der neben persönlichen Assoziationen auch zentrale Begriffe gesammelt und erste Hintergründe offen gelegt wurden. Schnell war klar, dass die mit dem Workshop verbundenen Aspekte nicht in regionalen Kategorien oder einseitigen Schemata zu fassen waren. Historische Wurzeln des Phänomens wurden ebenso besprochen wie religiöse, soziale, psychologische und kulturelle Aspekte. Manch eine Assoziation war eine Stadt oder ein Konflikt, manch eine eine Haltung oder ein Konzept.

Welche Ängste spricht jihadistische Propaganda an, welche Menschenbilder vertreten die dazugehörigen Ideologien und wo und wie wird für sie geworben? Mit diesen Fragen – und anderen – gingen die Teilnehmer*innen dazu über, die mittellange Dokumentation „The Path of the Jihad in Europe“ zu schauen. Danach wurden in einem offenen, moderierten Dialog Eindrücke geteilt und es begann eine Diskussion mit dem anwesenden syrischen Filmemacher Sherwan Qasim.

Nach einer Mittagspause wurde in zwei kleineren Gruppen weitergearbeitet, um andere Sprechkonstellationen zu ermöglichen und intensiver zu ausgewählten Problemen arbeiten zu können. Die Ergebnisse hielten letztlich Einzug in die Abschlussdiskussion, bei der noch einmal auf die Mechanismen und Taktiken von radikal-salafistischer und jihadistischer Ideologie eingegangen wurde, aber auch Probleme beim gegenseitigen Verständnis und dem kulturellen Austausch zur Sprache kamen. Verbote, Tabus, Vorurteile und Unterdrückungsmechanismen in gesellschaftlichen Strukturen wurden dabei ebenso behandelt wie EU-, bundes- und lokalpolitische Belange.

In persönlichen Gesprächen während der Pausen und nach Beendigung des Workshops ließen sich angerissene Fragen noch weiter vertiefen. Der achtstündige Workshop wurde in Deutsch und Arabisch mit konsekutiver Übersetzung gehalten und erhielt viel positives Feedback von den 14 Teilnehmer*innen.

Doz e. V.
Zentrale Informationsbüro
01.08.2017

Zivilpolitisches Engagement

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