Am vergangenen Donnerstag, den 10.03., begingen unsere Mitglieder in Qamishlo/Nordsyrien den „Tag der kurdischen Kleidung“. Was vorerst wie kitschige Traditionspflege klingt, hat jedoch etwas gänzlich anderes zum Ziel.

 

Rojava, der nördliche Teil Syriens, gilt vielen Syrer_innen als vergleichsweise sichere Region. Für viele der hier ankommenden Binnengeflüchteten aus den unterschiedlichsten Regionen sind jedoch gewisse Lebensweisen sowie die Geschichte der größtenteils kurdischen Bevölkerung unbekannt. Hinzu kommen viele Stereotype, die in der eh schon unsicheren Situation schnell zu weiteren politischen Spaltungen führen können. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, führen unsere Gruppen verschiedene Programme zur Bildung und zum gegenseitigen Kennenlernen durch. Denn so sehr das schlichte „Unwissen“ über andere Lebensweisen als die eigene – und die damit einhergehende Mystifizierung dieser – nicht alleinige Grundlage für ethnisierte Spaltungen sein mögen, so sind sie dennoch ein integraler Bestandteil, an dem es anzusetzen gilt.

 

Der „Tag der kurdischen Kleidung“ ist hierbei nur eine Aktion von vielen, bei denen Flyer verteilt, Plakate aufgehängt und viele persönliche Gespräche über Lebenslagen und nicht zuletzt eben verschiedene Kleidungsweisen geführt wurden. Sipan Ahmed, der örtliche Mediendirektor der UKSSD Qamishlo, fasst den Tag wie folgt zusammen: „Dieser Tag ist eine Erinnerung an die Wichtigkeit der Geschichte, die es vor allem jüngeren Generationen zu zeigen und mit ihnen wiederaufzuleben gilt. Den heutigen Tag haben wir als UKSSD Qamishlo damit verbracht, mit langjährigen Bewohner_innen der Stadt und Binnengeflüchteten anderer Nationalitäten in den Austausch über die kurdische Tradition dieser Region zu kommen. Dabei soll die kurdische Kleidung vor allem in ihrer bunten Farbenvielfalt ein Zeichen für die Diversität der kurdischen Geschichte und Kultur sowie für gesellschaftliche Offenheit sein.“

 

UKSSD e. V.
Central Media Office

10.03.2016

Menschenrechtsverletzungen

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